`Hut vor der Moral der Truppe ziehen´
(01. 03.)
Der SVR ist am Sonntagnachmittag bei widrigen Wetterbedin- gungen mit einem 2:2-Unentschieden gegen VfL Oythe in die Restrunde gestartet. Den erhofften Dreier konnte die Mannschaft nicht einfahren und fußballerisch waren die neunzig Minuten auch eher Magerkost. Wer aber bei einem 0:2-Rückstand - dazu noch in Unterzahl - ein leistungsgerechtes 2:2 Unentschieden erreicht, der verdient Respekt. Das sah auch Jürgen Gessat so: „Dann muss ich schon den Hut vor der Moral der Truppe ziehen, die nicht aufgesteckt hat“.
Die Trainerstimmen:
Jürgen Gessat: „Vom Ergebnis her weiß ich nicht, ob das Unentschieden eine der beiden Mannschaften weiterhilft. Es war das Spiel, auf das wir uns eingestellt hatten. Wir hatten am Donnerstag noch ein Freundschaftsspiel gegen Bad Laer, wo wir zum ersten Mal auf unserem Kunstrasen spielen und trainieren konnten und hatten da schon große Probleme. Darum habe ich meiner Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, geht davon aus, dass wir heute bei weitem kein Augenschmaus sehen werden. Die kämpferische Note muss da sein und es wird darauf ankommen, dass man wenig Fehler macht. Alle Mannschaften haben keinen Spielrhythmus, haben wenig Spiele in der Vorbereitung gehabt und dann kommt es erst einmal darauf an, dass man hinten sicher steht. Wenn die Null dann steht, sehen was nach vorne geht. Fußballerisch war es heute nicht toll, wenngleich wir bei den Standards in der ersten Halbzeit sehr gefährlich waren. Wir haben den Eckball gehabt, den Matthäus Zehn zurücklegt und wo Patrick Fiß dann frei zum Schuss kommt. Wir haben den Kopfball, den Schlingmann an den Pfosten setzt und dann noch die Kleinigkeit, wo Becker frei zum Kopfball kommt. Mit Glück hat Freddy Witte zweimal gut gehalten, so dass wir mit einem Tor Vorsprung in die Pause hätten gehen können. In der Pause habe ich gesagt, ihr müsst konzentriert weiterspielen, auch wenn das fußballerisch nicht toll ist. Wir haben dann in der zweiten Halbzeit drei Böcke: Die Aktion zum 0:1, wir haben Einwurf und verlieren den Ball dreißig Meter vor dem gegnerischen Tor, laufen in den Konter und der sehr torgefährliche gegnerische Stürmer lässt sich die Chance nicht entgehen und haut den mit seinem ersten oder zweiten Ballkontakt sofort weg. Dann kriegen wir die Rote Karte, auch ein ganz krasser Fehler, darf nie im Leben passieren. Haben dann von Matthäus Zehn noch einmal den Lattenschuss beim 0:1 in Unterzahl. Dann macht der Oli eine Schraube, es steht 0:2 und das Spiel war eigentlich weg. Dann muss ich schon den Hut vor der Moral der Truppe ziehen, die nicht aufgesteckt hat und mit dem Anschlusstreffer belohnt wurde und dann hinten heraus noch das 2:2 gemacht hat. Letztendlich müssen wir jetzt sehen, dass der Spielrhythmus kommt und sich die Spieler von der technischen Seite wieder ein bisschen besser präsentieren“.
Dietmar Schlärmann, VfL Oythe: „Wenn mir einer im Vorfeld gesagt hätte, wir spielen hier 2:2, nehmen einen Auswärtspunkt mit, dann hätte ich gesagt, bin ich hundertprozentig mit zufrieden. Aber wenn ich die 90 Minuten sehe, aber erst recht nach 75 Minuten, führen 2:0 und sind dann auch noch in Überzahl, bloß leider Gottes hat meine Mannschaft dann ganz klar das Spielen eingestellt. Bad Rothenfelde hat Leidenschaft gezeigt und mir war klar, dass es noch eng wird, wenn das 2:1 fällt. Man muss Bad Rothenfelde ein Kompliment machen, das muss man ganz klar sagen, nach 90 Minuten zwar glücklich aber verdient den Punkt gemacht. Darum bin ich auch ein bisschen enttäuscht, dass wir da zwei Punkte liegengelassen haben. Erst recht nach dem 2:0 hatten wir die Möglichkeit, den ein oder anderen Konter zu setzen und wenn wir den vernünftig fahren, wäre das 3:0 gefallen. Normalerweise war Bad Rothenfelde schon nach dem 2:0 mausetot, aber leider Gottes haben bei mir einige Spieler das `Fußballspielen´ eingestellt“.
Horst Deneke
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